Ortlerumrundung mit dem MTB

Wie letztes Jahr wollte ich unbedingt wieder mit Freunden ein paar Tage auf dem Mountainbike verbringen, um nochmal Motivation für den Saisonendspurt zu sammeln. Nachdem mir die Ortlerumrundung 2012 so gut gefallen hat, war das Ziel klar. Wir starteten am 15.08.2013 in Sulden und erreichten Sulden am 19.08.2013 nach fünf Tagen.

1. Tag: Sulden – Schaubachhütte – Madritschjoch – Zufallhütte – Sallentjoch – Rifugio Dorigoni

Wir parkten das Auto in Sulden und fuhren über richtig steile Rampen zur Schaubachhütte, stets die Königsspitze neben uns. Nach der Hütte ging es relativ gut zum Fahren bis zur Madritschhütte, wo uns über 300 HM Schieben, Tragen und Fahren erwartete. Oben auf 3132m war es dann ziemlich kalt und wir fuhren nach einer kurzen Brotzeit runter zur Zufallhütte. Der Trail war meist angenehm zum Fahren, bis auf einige steile Felspassagen. Unten folgten wir dem Marteller Talwanderweg bis zum Abzweig Sallentjoch / Passo Saent. Mir war bewusst, dass der Übergang von Madrtischtal ins Ultental, bzw. Rabbi nie ideal sein kann, und das Sallentjoch schien relativ attraktiv. Wir vermuteten bis auf 2300m fahren zu können und anschließend in 2h locker den Übergang zu erreichen… Doch es kam anders… Bereits im Wald rieten uns die Wanderer vom Sallentjoch ab. Man konnte zwar immer wieder fahren, doch dauerten die ersten 300 HM bestimmt eine Stunde. Anschließend ging es über einen Bach und eine kurze Steilstufe auf eine schöne Wiese. Doch der Blick auf den weiteren Weg sollte nichts gutes verheißen. Zwei italienische Wanderer kamen gerade herunter. Leider sprachen sie nur italienisch und ich fragte sie, ob der Weg schwierig sei. Sie sagten dass der Weg durch abschüssiges Gelände, über eine Seilversicherung und Blockgelände jedoch durchaus machbar ist. Nach einer kurzen Diskussion beschlossen wir, das Sallentjoch zu überqueren. Wir schulterten unsere Mountainbikes für etwa 500 HM (2h) bis wir auf eine Art Plateau mit vielen kleinen Gletscherresten und Blockgelände kamen. Für die letzten 150 HM sollten wir dann etwa 1,5h brauchen. Oben angekommen waren wir einfach nur froh. Doch der Abstieg verhieß nichts gutes. Kaum fahrbares und viele Kraxlpassagen kamen auf uns zu. Wir waren heilfroh als wir um 20 Uhr endlich die Rifugio Dorigoni sehen konnten. Dort wurden wir bereits erwartet und herzlich empfangen. Während wir duschten wurde uns das Essen gekocht. Aufgrund des Ferragosto gab es besondere Spezialitäten welche ausgezeichnet schmeckten!

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Startfoto. V.l. Hansi, Tim, Christoph, Alex

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Anstrengend

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Königspitze

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Kurz über der Schaubachhütte

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Sallentjoch MTB vom Madritschjoch aus

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Am Madritschjoch

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Königspitze

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Tim und Schoko

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Christoph am Trail vom Madritschjoch

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Sallentjoch: Tragen pur!

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Geröllgelände am Weg zum Sallentjoch

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Gletschersee am Weg zum Sallentjoch

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Sallentjoch, 2965m. Passo Saent

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Müde

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Endlich haben wir die Hütte erreicht! 😉

2. Tag: Rifugio Dorigoni – Rabbi – Malga Cercen – Passo Cercen – Cogolo- Rabbi Fonti

Nach einer schlafarmen Nacht im Lager und einem kurzen Gespräch mit dem Seniorchef der Hütte, der uns erzählte dass wir mit die ersten Mountainbiker überhaupt hier seien, ging es auf dem Weg 106 nach Rabbi. Dabei waren immer wieder schöne S1-S2 Passagen dabei, welche leider durch die zahlreichen Steilpassagen (Wasserfälle) gestört wurden. So kostete die Abfahrt sehr viel Zeit. Der anschließende Uphill zum Passo Cercen war mir noch gut bekannt vom letzten Jahr. Die 450 HM Schiebepassage war nach dem Sallentjoch nur noch Formsache. Der Trail nach Cogolo war bis zum Wald sehr ausgewaschen, anschließend aber perfekt zum Fahren. Nachdem wir am dritten Tag eigentlich über den Passo Sforzellina fahren wollten, übernachteten wir in Peio Fonti.

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Traumhaft

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Über dem Nebel

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War was besonderes für den Chef. Danke!

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Christoph am Trail von der Rifugio Dorigoni

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Hansi

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Abfahrt auf Weg Nr 106 nach Rabbi

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viele Wasserfälle

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An der Malga Cercen

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Schmetterling

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Energie ausm Beutel

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Johannes Hinterseer Triathlon

3. Tag: Rabbi Fonti- Cogolo – Fucine – Tonalepass – Via Alta Camuna – Pezzo – Gaviapass – Bormio

Nachdem wir uns entschlossen haben den Sforzellina nicht zu fahren, nahmen wir den Tonalepass. Oben hatte ich einen Trail an der Via Alta Camuna vom Lesen her in Erinnerung. Wir hielten uns instinktiv ohne Karte im Skigebiet auf. Kurz hinter einer im Winter bewirteten Hütte ging es links am Hang entlang. Nach einer schönen Singletrailpassage folgte ein 150 HM Schiebestück, ehe uns ein Wahnsinnstrail erwartete. Vor uns lagen ca. 800 HM Trail (S0-S1) nach Pezzo. Nach einer kurzen Eispause ging es noch über den Gaviapass nach Bormio.

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über dem Tonalepass

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Großartiges Panorama

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Trageexperte Christoph

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Via Alta Camuna nach Pezzo

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Gaviapass

4. Tag: Bormio – Grasso di Solena – Pedenolo – Bocchetta di Forcola – Umbrailpass – Stilfser Joch

Wir starteten relativ früh in Bormio und nahmen die Straße zum Stilfser Joch bis zur Abzweigung zur Grasso di Solena. Über Schotter ging es relativ steil bis zur Grasso di Solena. Anschließend führte uns der Forstweg bis zur Abzweigung zum Pedeolo. Über einen verfallenen Karrenweg geht es nun gut fahrbar (bis auf 1-2 Stellen) über die Steilstufe zur Alm und weiter relativ flach zum Pedenolo. Nach einer kurzen Abfahrt und Gegenanstieg (bzw. selbe Höhe) gelangten wir zur Bocchetta di Forcola. Der Anschließende Trail zum Umbrailpass machte uns sehr Spaß, auch wenn Tim einmal relativ stark stürtzte. Die 250 HM zum Stilfser Joch waren dann nur noch Formsache. Wir übernachteten auf der Tibethütte, und hatten aus unserem Zimmer heraus einen traumhaften Blick auf die Stilfser Joch Straße. Das Abendessen war ebenfalls grandios.

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Auf dem Weg zur Bocchetta di Pedenolo

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Bocchetta di Pedenoletto

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Blick aus dem Zimmer in der Tibethütte

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Laufeinheit mit Hannes Hinterseer

5. Tag: Stilfser Joch – Umbrailpass – Piz Umbrail – Lai da Rims – Sta. Maria – Taufers – Prad -Sulden

Nach einem perfekten Frühstück mit Croissants und Brot ging es zuerst rauf zur Dreisprachenspitze und über den Trail runter zum Umbrailpass. Nach einem kurzem Gespräch mit einem amüsanten Zollbeamten ging es weiter zum Piz Umbrail. Bergauf waren etwa 200 HM von 500 HM gut fahrbar. Oben wurde es dann mühseliger und wir mussten unsere Bikes tragen. Teilweise waren Seilversicherungen angebracht, welche uns nicht abschrecken konnten, gegen 11 Uhr den Piz Umbrail auf 3033m zu erreichen. Der Trail zum Lai da Rims geht anfangs schwierig durch ein Geröllfeld, eher er auf ca. 2900m wunderschön wird. Leider begann es bereits zu tröpfeln und wir konnten keine lange Pause am wunderschönen Lai da Rims machen. Der anschließende Trail war erneut einfach wunderbar. Ab der Waldgrenze ging es im Bikepark-Stil ins Tal, Trail für Trail, traumhaft. 1500 HM Trailabfahrt waren ein guter Abschluss. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Sulden, wobei wir die letzten 100 HM nochmal richtig nass wurden. Besser zum Schluss als am Anfang.

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Der Ortler in der Früh

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Auf dem Weg zum Piz Umbrail MTB

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Kletterpassage Piz Umbrail vom Umbrailpass

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Zweiter 3000er, Piz Umbrail 3033m 🙂

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Tim und der Lai da Rims

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Beeindruckend

LaiRims

Panorama Lai da Rims

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Im Regen zum Auto

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Tim ist happy

Alles in allem eigentlich der beste Alpencross bisher. Auch wenn der erste Tag etwas exotisch war, war es doch ein schönes Erlebnis. Trails ohne Ende in einer traumhaften Landschaft! Danke an Tim Weismantel, Christoph Jacob und Johannes Hinterseer.

Mehr Bilder und Informationen gerne auf Anfrage!!!

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